Am 5. Mai 1818 kam in Trier Karl Marx zur Welt, das dürfte den wenigsten entgangen sein angesichts der schier uferlosen Vielzahl von Marx-Aufsätzen, -Reportagen, -Talkshows, -Dokumentationen, -Kongressen, -Sammel-bänden, -Zeitschriften, -Biographien und sonstigen mal mehr, mal weniger informierten Meinungsbeiträgen, die heuer auf die Konsumentenschaft losgelassen worden sind. Da wir Marx für einen wichtigen Theoretiker halten, wollten auch wir es uns nicht nehmen lassen, einen kleinen Beitrag zu diesem Spektakel abzuliefern.
Uns ging es dabei jedoch darum, nicht einfach zu Marx zum hundertsten Mal zu sagen, was ‚man‘ über ihn so spricht, sondern wir wollten eine eigene und originelle Perspektive, oder genauer: ein Bündel von Perspektiven, in die Welt setzen, die bzw. das sich nicht in den Kanon des bereits Gesagten fügt oder zumindest Aspekte von Marx’ Denken artikuliert, die nicht schon längst im Verzeichnis der arrivierten Binsenweisheiten angekommen sind. Und zu guter Letzt haben wir darauf geachtet, dass die Beiträge einen klaren Gegenwartsbezug aufweisen und nicht rein der Marx-Exegese dienen.
