SOFT (Offenes Feministisches Treffen) ist eine studentisch organisierte Initiative, die seit Oktober 2024 an der Goethe-Universität Frankfurt aktiv ist. Ziel des Projekts ist die Schaffung eines geschützten Raums für feministische Diskurse, politische Bildung und Vernetzung von FLINTA*S (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen). Die Treffen finden zweimal monatlich statt und werden von Studierenden für Studierende organisiert. Durch den interdisziplinären Ansatz bringt SOFT Teilnehmende aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen und fördert den Austausch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen und politischen Perspektiven. Ein zentrales Anliegen von SOFT ist die Verbindung von theoretischen feministischen Ansätzen mit praktischer politischer Anwendung. Die Initiative versteht sich dabei als Ort des Lernens, der Reflexion und des kollektiven Austauschs, an dem akademisches Wissen mit alltäglichem Engagement verknüpft wird. Seit Projektbeginn konnte eine kontinuierlich wachsende, engagierte Community aufgebaut werden, die regelmäßig an den Treffen teilnimmt und sich aktiv in die inhaltliche Gestaltung einbringt.
Im Rahmen des Projekts wurden zwei ganztägige Workshops durchgeführt, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit spezifischen feministischen Fragestellungen ermöglichten. Die Schwerpunktsetzung der Themen entwickelte sich dabei in den regelmäßigen Plena. Der erste Workshop am 10.12.2025 mit Johanna Behr trug den Titel „Gedenken als widerständige Praxis – feministische Perspektiven“. Ziel des Workshops war es, Gedenken als politische Praxis zu analysieren und gemeinsam feministische Ansätze für kritische Erinnerungskulturen zu entwickeln. Zu Beginn wurde Gedenken als gesellschaftlich umkämpfter Prozess eingeführt, der nicht als neutraler oder abgeschlossener Akt verstanden werden kann, sondern in der Gegenwart politische Wirkung entfaltet. Es wurde thematisiert, dass etablierte Erinnerungskulturen häufig ritualisiert, staatlich geprägt und auf symbolische Formen beschränkt sind. Diese Formen können dazu beitragen, Verantwortung zu verallgemeinern, Täter*innen zu anonymisieren und Kontinuitäten von Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und weiteren Unterdrückungsverhältnissen auszublenden.
Der zweite Workshop am 14.01.2026 mit Sina Eickemeier trug den Titel „Historische Organisationsformen – feministisch betrachtet“. Grundlage war das Buch „Alles muss man selber machen. Zur Geschichte der Rätebewegungen, von der Pariser Kommune bis Rojava“ von Christoph Wimmer. Ziel des Workshops war es, historische Organisationsformen, insbesondere Rätebewegungen, mit feministischer Theorie und Praxis in Beziehung zu setzen. Zu Beginn wurden Rätebewegungen als selbstorganisierte kollektive Strukturen vorgestellt, die nicht nur Protest artikulieren, sondern alltägliche Entscheidungsprozesse und gesellschaftliche Selbstverwaltung anstreben. Anhand historischer Beispiele wie der Pariser Kommune von 1871, den Räten der Russischen Revolution, autonomen Strukturen in Rojava sowie lokalen Initiativen in Lateinamerika wurde aufgezeigt, wie kollektive Organisation jenseits staatlicher Autorität funktionieren kann und welchen politischen, sozialen und strukturellen Herausforderungen diese Bewegungen ausgesetzt waren. Im weiteren Verlauf wurden diese Beispiele aus feministischer Perspektive analysiert und diskutiert. Insgesamt trugen beide Workshops wesentlich zur Zielerreichung des Projekts SOFT bei. Sie ermöglichten eine vertiefte politische Bildungsarbeit, stärkten die theoretische und praktische Handlungskompetenz der Teilnehmenden und förderten den nachhaltigen Austausch innerhalb der feministischen Community an der Goethe-Universität Frankfurt.
Ergänzend zu den inhaltlichen Maßnahmen wurden die zur Verfügung stehenden Mittel auch für projektbezogene Sachausgaben verwendet. Ein Teil der Mittel wurde für das Drucken von Flyern und Stickern eingesetzt, die der Bewerbung der Initiative SOFT dienten. Diese Maßnahmen trugen zur Sichtbarkeit des Projekts an der Goethe-Universität Frankfurt bei und unterstützten den Aufbau sowie die Erweiterung der Teilnehmendenstruktur.
Darüber hinaus wurden im Rahmen des Projekts zwei Bücher angeschafft, die als inhaltliche Grundlage für die Workshoparbeit dienten, darunter das für den zweiten Workshop zentrale Werk zur Geschichte der Rätebewegungen. Ergänzend wurden feministische Sticker erworben, die im Kontext der Workshops und Treffen zur niedrigschwelligen Ansprache, zur politischen Sichtbarmachung sowie zur Stärkung der gemeinsamen Identifikation mit der Initiative eingesetzt wurden.
Insgesamt verlief das Projekt sehr erfolgreich, die geplanten Maßnahmen konnten vollständig umgesetzt werden und stießen auf großes Interesse; die erhaltene Unterstützung ermöglicht es zudem, die Arbeit von SOFT nachhaltig fortzuführen, wofür wir uns herzlich bedanken.
