Dagegen halten

Mit der Vortragsreihe „Dagegen halten“ haben wir eine Veranstaltungsform umgesetzt, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Ideologien, Strategien und gesellschaftlichen Verankerungen der extremen Rechten beschäftigt. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie gemeinsam mit Studierenden wissenschaftlich einzuordnen, zu diskutieren und kritisch zu reflektieren. Dabei stand insbesondere die Verbindung von fachlicher Analyse und offener Gesprächssituation im Vordergrund.

Den Auftakt bildete am 22.10.2025 ein Vortrag zur extremen Rechten in Österreich im Studierendenhaus Bockenheim. Inhaltlich wurden historische Entwicklungen rechter Strukturen ebenso thematisiert wie aktuelle politische Konstellationen und Strategien. Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, wie sich rechte Akteur*innen in Österreich organisieren, welche Themen sie besetzen und welche Verbindungen zu anderen europäischen Kontexten bestehen. Die anschließende Diskussion zeigte ein breites Interesse an vergleichenden Perspektiven und an der Frage, wie sich rechtsextreme Dynamiken im europäischen Raum gegenseitig beeinflussen.

Am 16.01.2026 wurde die Reihe im Falkenhaus Bockenheim mit einem Vortrag zum Thema „Weiblichkeit in der extremen Rechten“ fortgesetzt. Ausgangspunkt war die Frage, wie Weiblichkeit innerhalb extrem rechter Ideologien konstruiert wird und welche Funktionen diese Konstruktionen für rechte Bewegungen erfüllen. Am Beispiel der Organisation Lukreta wurde deutlich, dass Frauen in der extremen Rechten nicht nur eine randständige Rolle einnehmen, sondern aktiv an der Stabilisierung und Normalisierung rechter Ideologien beteiligt sein können. Die anschließende Podiumsdiskussion vertiefte diese Perspektiven und bot Raum für kritische Rückfragen sowie eine gemeinsame Einordnung der vorgestellten Analysen.

Die Teilnehmenden werteten die verständliche und zugleich wissenschaftlich fundierte Aufbereitung der Themen sowie die Möglichkeit, im Anschluss direkt mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen, als positiv. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, eigene Beobachtungen und Fragen einzubringen, wodurch sich lebendige und teils kontroverse Diskussionen entwickelten. Auch die Kombination aus Vortrag und anschließender Diskussion wurde als besonders gewinnbringend empfunden, da sie eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten ermöglichte.

Für die Studierenden bot die Vortragsreihe einen niedrigschwelligen Zugang zu komplexen gesellschaftspolitischen Themen, die im regulären Lehrbetrieb häufig nur begrenzt behandelt werden und öffnete Räume für politischen Austausch und interdisziplinäre Diskussion. Die Veranstaltungen trugen dazu bei, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und das Bewusstsein für aktuelle Entwicklungen im Bereich der extremen Rechten zu schärfen.

Rückblickend bewerten wir die Reihe als erfolgreich. Sie hat gezeigt, dass ein hohes Interesse an fundierten Analysen rechter Ideologien besteht und dass solche Formate wichtige Impulse für politische Bildung im universitären Kontext setzen können. Für zukünftige Veranstaltungen sehen wir Potenzial, die Reihe weiter auszubauen, stärker zu verzahnen und noch mehr interaktive Elemente einzubinden, um den Austausch zwischen Referierenden und Teilnehmenden weiter zu intensivieren.

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