Mit unserer Filmreihe wollten wir einen Raum schaffen, in dem Filme nicht nur als kulturelle Werke, sondern auch als Ausgangspunkt für die gemeinsame Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konflikten und historischen Kontinuitäten dienen. Ziel war es, Studierende über das Medium Film miteinander ins Gespräch zu bringen und wissenschaftliche Perspektiven mit persönlicher Reflexion zu verbinden.
Den Auftakt bildete am 13.01.2026 der Filmabend zu Wir sind jung. Wir sind stark. im Random White House. Der Film über die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen eröffnete eine intensive Diskussion über Jugendkulturen, Rechtsextremismus und gesellschaftliche Dynamiken der 1990er Jahre. Im anschließenden Filmgespräch mit David Vollmer (Universität Berlin) wurden die filmische Darstellung, historische Hintergründe und aktuelle Bezüge gemeinsam analysiert. Die Diskussion zeigte, dass viele der im Film verhandelten Fragen bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Am 20.01.2026 setzten wir die Reihe im Studierendenhaus mit dem Film Treasure – Familie ist ein fremdes Land fort. Im anschließenden Gespräch mit Nikolas Lelle standen Erinnerungskultur, Antisemitismus und die gesellschaftlichen Debatten nach dem 7. Oktober im Mittelpunkt. Gemeinsam wurde diskutiert, wie Erinnerung politisch wirksam wird, welche Formen regressiven Erinnerns existieren und welche Herausforderungen sich daraus für den gesellschaftlichen Umgang mit Antisemitismus ergeben.
Beide Filmabende wurden von den Teilnehmenden als bereichernd wahrgenommen. Besonders positiv hervorgehoben wurde die Möglichkeit, die Filme nicht nur zu sehen, sondern sie gemeinsam mit ausgewiesenen Expert*innen einzuordnen und zu diskutieren. Die offenen Gesprächsformate ermöglichten unterschiedliche Perspektiven und machten deutlich, wie eng kulturelle Darstellung, historische Erinnerung und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verbunden sind.
Die Filmreihe bot einen niedrigschwelligen Zugang zu komplexen Themen und schuf einen Raum, in dem Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen miteinander ins Gespräch kommen konnten. Die Kombination aus Film und wissenschaftlichem Austausch erwies sich als gelungenes Format, um politische Bildung lebendig und dialogorientiert zu gestalten. Die positiven Rückmeldungen bestärken uns darin, ähnliche Veranstaltungen künftig fortzuführen und das Format weiter auszubauen.
